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Heizen & Wärme

Der erste kalte Morgen: Was Sie tun, bevor Sie die Heizung aufdrehen

4. September 2026 ·

Es passiert immer an einem Dienstag. Man steht um halb sieben auf, geht barfuß in die Küche, und es ist plötzlich nicht mehr sommerlich. Nicht kalt, aber eben auch nicht mehr warm. Zwölf Grad draußen, im Wohnzimmer neunzehn.

Und dann steht man vor dem Thermostat und überlegt kurz, ob das jetzt schon sein muss.

Antwort: Wahrscheinlich noch nicht

Die Übergangszeit ist die Phase, in der am meisten Energie sinnlos verheizt wird, weil die Anlage anspringt, obwohl der Tag später noch 24 Grad bekommt.

Ein Haus mit ordentlicher Masse braucht am Morgen keine Heizung, wenn es am Nachmittag durch die tiefstehende Sonne ohnehin wieder aufgeladen wird. Was Sie am Morgen brauchen, sind Socken und ein warmer Pullover, und um elf ist das Thema erledigt.

Bei einer schlecht gedämmten Altbauwohnung im Erdgeschoß sieht das anders aus. Da hat die Wohnung im September oft nur noch 18 Grad und kommt allein nicht mehr hinauf. Dann ist Heizen richtig, und niemand soll sich dafür rechtfertigen müssen.

Was Sie stattdessen jetzt erledigen sollten

Der erste kalte Morgen ist die beste Erinnerung des Jahres. Nutzen Sie ihn für eine halbe Stunde Vorbereitung, dann läuft die ganze Saison ruhiger.

  • Thermenservice-Termin ausmachen. Jetzt, nicht im Oktober. Die Kalender füllen sich in den nächsten drei Wochen.
  • Heizkörper entlüften, alle, von unten nach oben durchs Haus.
  • Wasserdruck an der Therme prüfen. Meistens soll die Nadel zwischen 1,5 und 2 bar stehen.
  • Thermostatköpfe einmal ganz auf und ganz zu drehen. Nach fünf Monaten Stillstand hängen die Stifte gern.
  • Und schauen Sie nach, ob die Heizkurve noch die vom Vorjahr ist.

Der Test, der eine Minute dauert

Drehen Sie jeden Heizkörper einmal voll auf und warten Sie zehn Minuten. Dann greifen Sie oben und unten hin.

Oben kalt, unten warm heißt Luft im System. Gleichmäßig lauwarm, aber nie richtig heiß, heißt oft ein hydraulisches Problem oder ein hängendes Ventil. Und wenn ein Heizkörper gar nichts macht, während alle anderen funktionieren, ist der Thermostatstift fest.

Diesen Stift lösen Sie so: Thermostatkopf abschrauben, den kleinen Metallstift in der Mitte mit einer Zange vorsichtig ein paar Mal hinein- und herausbewegen. In neun von zehn Fällen ist das Problem damit erledigt, ohne dass jemand kommen muss.

Die Heizkurve, über die niemand spricht

Bei den meisten Anlagen bestimmt eine Kurve, wie heiß das Wasser in Abhängigkeit von der Außentemperatur wird. Diese Kurve wurde bei der Inbetriebnahme eingestellt, oft konservativ hoch, damit niemand friert und der Monteur keine Reklamation bekommt.

Wenn Sie seit Jahren mit halb zugedrehten Thermostaten fahren, weil es sonst zu heiß wird, ist die Kurve zu steil. Das ist teuer.

Senken Sie sie in kleinen Schritten und geben Sie dem System jeweils zwei bis drei Tage. Wenn die Räume warm bleiben, hat es sich ausgezahlt. Wenn nicht, gehen Sie einen halben Schritt zurück. Bei Wärmepumpen ist der Effekt am größten, weil die Effizienz direkt an der Vorlauftemperatur hängt.

Und die Lüftungsgewohnheit umstellen

Im Sommer stand das Fenster den halben Tag offen. Ab jetzt gilt wieder die kurze Variante: zwei- bis dreimal täglich fünf Minuten ganz auf, Durchzug wenn möglich, Thermostat währenddessen zu.

Das Kippfenster ist die teuerste Angewohnheit der ganzen Heizsaison. Es kühlt die Mauer rund um das Fenster aus, wechselt kaum Luft, und die Heizung arbeitet dauerhaft dagegen.

Der Brennstoffvorrat, falls Sie einen haben

Wer mit Pellets oder Stückholz heizt, sollte im September einkaufen und nicht im November. Die Preise ziehen mit der ersten Kältewelle regelmäßig an, und die Lieferfristen für Pellets werden im Spätherbst länger.

Bei Stückholz kommt dazu, dass es trocken sein muss. Frisch geschlägertes Holz mit dreißig Prozent Restfeuchte bringt spürbar weniger Wärme und verrußt den Ofen. Zwei Jahre Lagerung an einem luftigen Platz sind das Minimum, und wer heuer erst anfängt, heizt eigentlich für übernächsten Winter ein.

Ein letzter Gedanke zum September

Es gibt eine Versuchung, im Herbst alles zu optimieren. Jeden Grad, jede Kilowattstunde, jeden Handgriff. Und dann sitzt man im November in einer Wohnung, in der man friert, und ist stolz auf eine Zahl.

Das ist es nicht wert. Eine warme Wohnung ist keine Verschwendung, sondern der Grund, warum man überhaupt heizt. Wo man sparen soll, ist an den Stellen, an denen die Energie ohnehin verloren geht: an der undichten Tür, am ungedämmten Dachboden, am zu heißen Vorlauf, am Kippfenster.

Und dann darf es am Sonntagvormittag im Wohnzimmer ruhig einundzwanzig Grad haben, während draußen der erste richtige Nebel über den Garten zieht.

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