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Strompreise

Was eine Klimaanlage im Hochsommer tatsächlich auf die Stromrechnung schreibt

26. Juni 2026 ·

Es gibt ein Argument, das jede Grundsatzdebatte über Klimaanlagen beendet, und es lautet: Es ist halb elf in der Nacht, die Wohnung hat 31 Grad, und morgen um sieben muss man arbeiten.

Ich halte nichts davon, Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, weil sie in einer aufgeheizten Dachgeschoßwohnung schlafen wollen. Aber es hilft, die Zahlen zu kennen, weil sie überraschend stark davon abhängen, wie man das Gerät betreibt.

Die Rechnung für ein Split-Gerät

Ein typisches Monosplit-Gerät für einen Raum hat etwa 2,5 Kilowatt Kühlleistung und nimmt dafür rund 700 bis 800 Watt elektrische Leistung auf. Moderne Inverter-Geräte laufen nicht durchgehend auf Volllast, sondern regeln herunter, sobald die Zieltemperatur erreicht ist.

In der Praxis heißt das bei einer normalen Sommernacht etwa 0,4 bis 0,6 Kilowattstunden pro Stunde Betrieb. Acht Stunden Nachtbetrieb: rund vier Kilowattstunden, also etwa einen Euro.

Eine Hitzewelle mit zehn solchen Nächten kostet Sie also zehn Euro. Das ist deutlich weniger, als die meisten befürchten.

Und die Rechnung für ein mobiles Gerät

Jetzt der unangenehme Teil. Ein mobiles Klimagerät mit dem Abluftschlauch im Fensterspalt hat physikalisch ein grundsätzliches Problem: Es bläst warme Luft hinaus und saugt dafür durch jede Ritze warme Außenluft nach.

Die reale Effizienz liegt dadurch oft bei der Hälfte eines fix installierten Geräts, bei gleichzeitig höherer Leistungsaufnahme, gern 1.000 bis 1.400 Watt. Dieselbe Nacht kostet dann statt einem Euro schnell zweieinhalb.

Wenn Sie eines haben, ist die beste Investition ein selbstgebautes oder gekauftes Abdichtungsset für das Fenster. Ein Stück Schaumplatte, zwanzig Minuten mit dem Stanleymesser, und der Verbrauch sinkt spürbar. Das ist der größte einzelne Hebel bei mobilen Geräten.

Die 26-Grad-Regel

Stellen Sie das Gerät nicht auf 20 Grad. Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil es Sie doppelt bestraft.

Erstens steigt der Verbrauch mit jedem Grad Differenz zur Außentemperatur um grob sechs bis acht Prozent. Zweitens ist der Temperatursprung beim Hinausgehen bei zwölf Grad Unterschied für den Kreislauf unangenehm, und Sommergrippen kommen selten vom Wetter.

26 Grad mit trockener Luft fühlen sich besser an als 22 Grad mit feuchter. Und Entfeuchten kann jedes Gerät nebenbei.

Was die Kosten wirklich halbiert

  • Außenbeschattung. Ein Außenrollo hält etwa fünfmal so viel Hitze ab wie ein Innenvorhang. Wer beschattet, muss weniger kühlen.
  • Nachtlüften ab 22 Uhr, morgens alles dicht. Kostet nichts.
  • Türen schließen. Ein Splitgerät im Schlafzimmer, das gegen die offene Wohnung kämpft, verliert.
  • Filter reinigen. Alle zwei Wochen im Sommer. Ein verstopfter Filter kostet gern zehn Prozent.
  • Und: das Gerät nicht durchlaufen lassen, während Sie in der Arbeit sind. Timer, eine Stunde vor dem Heimkommen.

Der Punkt, an dem es teuer wird

Nicht der Betrieb ist das Problem, sondern die Anschaffung und die Montage. Ein Splitgerät kostet mit fachgerechter Installation je nach Wohnung 1.500 bis 3.000 Euro, und das Außengerät braucht die Zustimmung der Hausverwaltung, weil es an der Fassade hängt.

In Wien braucht man dafür in vielen Fällen eine baubehördliche Bewilligung, und in Schutzzonen wird es richtig schwierig. Klären Sie das, bevor der Monteur kommt. Ein Gerät, das wieder abmontiert werden muss, ist eine teure Erfahrung.

Die Kombination, die tatsächlich Sinn ergibt

Wenn Sie eine PV-Anlage haben, verschiebt sich die ganze Rechnung. Der Kühlbedarf ist am höchsten, wenn die Sonne am stärksten scheint. Das ist eine der wenigen Deckungsgleichheiten, die die Energiewelt zu bieten hat.

Vorkühlen am Nachmittag mit dem eigenen Strom, dann nachts nur noch halten. Das ist nicht nur billiger, sondern auch für das Netz die freundlichere Variante, weil die Sommerspitze am Nachmittag genau das Problem ist, das die Netzbetreiber Sorgen macht.

Was in der Nacht mit dem Netz passiert

An Hitzetagen verschiebt sich die Verbrauchsspitze in Österreich sichtbar. Früher lag sie im Winter am frühen Abend, mittlerweile gibt es im Sommer eine zweite Spitze am späten Nachmittag, wenn die Sonne schon nachlässt und alle Klimageräte noch laufen.

Das ist einer der Gründe, warum dynamische Tarife im Sommer manchmal unangenehm werden. Der Strom um zwölf Uhr mittags ist billig, der um 19 Uhr teuer. Wer sein Gerät um sechzehn Uhr auf Vorkühlen stellt statt um neunzehn Uhr auf Volllast, spart deshalb gleich zweifach.

Und für alle ohne Klimaanlage

Ein Ventilator zieht 30 bis 60 Watt und macht durch die Luftbewegung gefühlt drei bis vier Grad aus. Über eine ganze Nacht kostet er zehn Cent.

Dazu ein feuchtes Tuch vor dem offenen Fenster, kalte Unterarme unter dem Wasserhahn vor dem Schlafengehen, und ein Leintuch statt einer Decke. Das ist nicht dasselbe wie eine Klimaanlage. Aber es hat in Österreich hundert Jahre lang funktioniert, und in einer normalen Sommernacht funktioniert es immer noch.

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