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Photovoltaik

Wohin mit dem Sonnenstrom im Juli, wenn niemand daheim ist

16. Juli 2026 ·

Es ist Mitte Juli, ein Uhr mittags, die Anlage macht sieben Kilowatt, und im Haus ist niemand. Der Kühlschrank surrt, der Router blinkt, und die restlichen 6,8 Kilowatt wandern ins Netz.

Vor ein paar Jahren wäre das ein guter Tag gewesen. Die Einspeisevergütung war hoch, jede Kilowattstunde ein kleines Geschäft. Diese Zeit ist vorbei, und wer heute noch mit den Zahlen von 2022 rechnet, wird enttäuscht.

Warum die Einspeisung so unattraktiv geworden ist

Zur Mittagszeit im Sommer speisen alle ein. Hunderttausende Anlagen in Österreich, dazu die großen Freiflächenanlagen, dazu die Nachbarländer, denen es genauso geht.

Das Ergebnis sieht man an der Strombörse: Der Preis fällt mittags auf wenige Cent, gelegentlich auf null, an einzelnen Feiertagen sogar ins Negative. Wer einen marktpreisgekoppelten Einspeisetarif hat, bekommt dann eben fast nichts.

Der Strom, den Sie selbst verbrauchen, ist dagegen weiterhin die vollen 25 Cent wert, weil Sie ihn sonst zu diesem Preis kaufen müssten. Das Verhältnis ist mittlerweile grob eins zu fünf. Und genau darum geht es.

Der Warmwasserspeicher als Batterie

Die einfachste und mit Abstand billigste Speicherlösung steht bei den meisten ohnehin im Keller. Ein Warmwasserspeicher mit 300 Litern kann, wenn man ihn von 45 auf 65 Grad aufheizt, etwa sieben Kilowattstunden aufnehmen.

Ein Heizstab mit Leistungsregelung, der genau die überschüssige Leistung in den Speicher schiebt, kostet mit Montage grob 500 bis 1.200 Euro. Das ist ungefähr ein Zehntel eines Batteriespeichers und deckt einen ordentlichen Teil des Sommerüberschusses ab.

Der Nachteil ist ehrlich zu nennen: Sie speichern Wärme, keinen Strom. Für den Fernseher am Abend hilft es nichts. Für die Dusche am nächsten Morgen sehr wohl.

Verschieben, was sich verschieben lässt

  • Geschirrspüler und Waschmaschine auf Startzeitvorwahl, mittags. Fast jedes Gerät kann das, und fast niemand nutzt es.
  • Den Wäschetrockner, falls Sie einen haben, auf den frühen Nachmittag. Das ist einer der wenigen wirklich großen Verbraucher, die man frei verschieben kann.
  • Das E-Auto tagsüber laden statt nachts. Das dreht die alte Nachtstrom-Logik komplett um.
  • Und, weniger offensichtlich: den Poolfilter. Der läuft in vielen Gärten nachts, weil es früher so günstiger war.

Die Energiegemeinschaft: der unterschätzte Ausweg

Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sind in Österreich mittlerweile gut etabliert. Sie geben Ihren Überschuss an Menschen im selben Netzbereich weiter, zu einem Preis, den die Gemeinschaft selbst festlegt.

Das ist in aller Regel mehr, als der Markt zahlt, und für die Abnehmerseite weniger, als der Anbieter verlangt. Beide Seiten gewinnen, und ein Teil der Netzentgelte fällt weg, weil der Strom nicht über die höheren Netzebenen läuft.

Der Aufwand hat sich stark reduziert. In vielen Gemeinden gibt es bereits eine, und der Beitritt ist eine Sache von ein paar Formularen. Fragen Sie im Gemeindeamt oder bei der örtlichen Genossenschaft nach.

Die Sache mit dem Batteriespeicher, noch einmal

Ich habe schon einmal geschrieben, dass sich ein Speicher rechnerisch oft nicht trägt. Im Sommer stimmt das besonders, weil er um zehn Uhr vormittags voll ist und den Rest des Tages nichts mehr aufnehmen kann.

Was einen Speicher interessanter macht, ist ein dynamischer Stromtarif. Dann können Sie ihn nicht nur mit Sonnenstrom füllen, sondern auch nachts, wenn der Börsenpreis niedrig ist, und am Abend entladen, wenn er hoch ist. Diese Kombination verändert die Wirtschaftlichkeit spürbar.

Ob sie sie ausreichend verändert, hängt an Ihrem Verbrauchsprofil. Rechnen Sie es mit echten Zahlen aus Ihrem Netzbetreiber-Portal durch, nicht mit dem Rechner des Anbieters.

Und was ist mit dem Pool?

Wer einen Pool hat, besitzt den flexibelsten Verbraucher im ganzen Haushalt. Die Filterpumpe muss laufen, aber es ist völlig gleichgültig, ob sie das um drei Uhr früh oder um ein Uhr mittags tut.

Eine Zeitschaltuhr, die die Pumpe auf die Mittagsstunden legt, verwandelt Überschuss direkt in Eigenverbrauch. Und wenn Sie eine Poolwärmepumpe haben, gilt dasselbe im großen Stil: Zwei bis drei Kilowatt, mittags betrieben, sind die eleganteste Art, eine Sommeranlage auszulasten.

Bei einer Klimaanlage funktioniert derselbe Gedanke. Am Nachmittag mit eigenem Strom vorkühlen, abends nur noch halten.

Und die Anlage abriegeln?

Manche Netzbetreiber begrenzen die Einspeiseleistung, und manche Wechselrichter regeln bei sehr hohem Netzangebot selbstständig ab. Das ist ärgerlich, aber es ist kein Fehler.

Was Sie dagegen tun können, ist genau das, was oben steht: mehr selbst verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die Sie mittags im Haus lassen, ist eine, die nicht abgeregelt wird.

Im Juli fühlt sich der Überschuss wie ein Luxusproblem an, und das ist es auch. Aber es ist eines mit einer erstaunlich billigen Lösung, und die steht bei vielen seit zwanzig Jahren ungenutzt im Heizraum.

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