Montag, 7. September 2026 · Energy Doc info@energy-doc.at
Heizen & Wärme

7 Dinge, die Sie jetzt an der Heizung erledigen sollten, bevor es kalt wird

9. September 2025

Es gibt diesen einen Abend im September, meistens irgendwann nach dem zweiten Regentag, an dem man im T-Shirt in der Küche steht und plötzlich merkt, dass die Fliesen unangenehm kalt sind. Man dreht am Thermostat. Es passiert: nichts. Oder es gluckert nur, so wie eine Kaffeemaschine, die keine Lust mehr hat.

Und dann beginnt das Telefonieren. Der Installateur hat frühestens in fünf Wochen Zeit, weil in Österreich offenbar alle gleichzeitig auf denselben kalten Abend gewartet haben.

Warum September der undankbarste, aber klügste Monat ist

Niemand hat Lust, bei zwanzig Grad Außentemperatur über Heizkörper nachzudenken. Aber genau da liegt der Hund begraben: Wer im September anruft, bekommt einen Termin. Wer im November anruft, bekommt eine Warteliste und im schlimmsten Fall einen Notdienstzuschlag, der das Service um das Doppelte verteuert.

Ein reguläres Thermenservice kostet in Österreich je nach Bundesland und Anbieter grob zwischen 130 und 220 Euro. Der Notdienst am Sonntag im Dezember? Rechnen Sie mit dem Dreifachen, und dann steht der Mann trotzdem erst am Abend vor der Tür.

Das Service ist keine Empfehlung, sondern oft Pflicht

Bei Gasthermen ist die regelmäßige Überprüfung in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben, üblicherweise im Zwei-Jahres-Rhythmus. Dazu kommt die Kehrpflicht durch den Rauchfangkehrer. Das ist lästig, ja. Aber es geht dabei nicht nur um Effizienz, sondern um Kohlenmonoxid, und das riecht man nicht.

Falls Sie zur Miete wohnen: Die Wartung der Therme in der Wohnung ist in vielen Fällen Sache der Mieterin oder des Mieters, die Reparatur bei Altersschwäche dagegen Sache der Vermieterin. Die Grenze ist juristisch heikel, und es zahlt sich aus, vor dem Bezahlen einer großen Rechnung kurz bei der Mietervereinigung oder der Arbeiterkammer nachzufragen.

Entlüften: der Klassiker, den fast alle falsch machen

Wenn der Heizkörper oben kalt und unten warm ist, ist Luft drin. Sie brauchen einen kleinen Vierkantschlüssel (kostet in der Eisenwarenhandlung etwa drei Euro), einen Fetzen und eine Schüssel.

Wichtig ist die Reihenfolge, und die kennt kaum jemand: Erst die Umwälzpumpe abschalten und ungefähr eine halbe Stunde warten, damit sich die Luft oben sammelt. Dann entlüften, von unten nach oben, in mehrstöckigen Häusern also im Erdgeschoß beginnen. Zischt es und kommt danach Wasser, ist es gut. Danach den Wasserdruck an der Therme kontrollieren, meistens soll die Nadel zwischen 1,5 und 2 bar stehen.

Die Liste für den ersten kühlen Sonntag

  • Thermostatköpfe testen: einmal ganz auf, einmal ganz zu. Bei alten Ventilen bleibt der Stift oft stecken, ein sanfter Klaps mit dem Handballen löst ihn meistens.
  • Heizkörper freiräumen. Das Sofa davor kostet Sie real Wärme.
  • Staub zwischen den Lamellen absaugen. Klingt nach Pedanterie, macht aber messbar etwas aus.
  • Vorlauftemperatur anschauen, falls Sie an die Steuerung kommen.
  • Und: die Fensterdichtungen abtasten, bevor der erste Sturm kommt.

Vorlauftemperatur: die unterschätzte Stellschraube

Viele Heizungen in Österreich laufen mit einer Vorlauftemperatur, die für ein Haus aus 1975 eingestellt wurde und nie wieder jemand angegriffen hat. Wenn die Fassade zwischendurch gedämmt oder die Fenster getauscht wurden, ist diese Einstellung schlicht zu hoch.

Jedes Grad weniger Vorlauf spart. Bei Wärmepumpen ist der Effekt drastisch, weil der Wirkungsgrad direkt an dieser Zahl hängt. Probieren Sie es schrittweise: fünf Grad runter, eine Woche beobachten, ob es in den Räumen noch angenehm ist. Wird es zugig oder braucht die Wohnung ewig zum Aufheizen, gehen Sie wieder hinauf.

Was sich wirklich rechnet und was nicht

Ehrlich gesagt: Heizkörper-Reflexionsfolie hinter dem Radiator bringt in einem gut gedämmten Neubau fast nichts. In einer Altbauwohnung mit einer ungedämmten Außenmauer hinter dem Heizkörper dagegen schon, und die Rolle kostet unter zwanzig Euro.

Der hydraulische Abgleich ist die Maßnahme, über die alle reden und die kaum jemand machen lässt. Er kostet im Einfamilienhaus meist zwischen 500 und 1.200 Euro und sorgt dafür, dass jeder Heizkörper genau so viel Wasser bekommt, wie er braucht. Das Ergebnis merkt man vor allem daran, dass das hintere Zimmer endlich warm wird, ohne dass man die ganze Anlage hochdrehen muss.

Und der Rest ist Gewohnheit

Ein Raumthermometer für vier Euro ist die beste Investition der ganzen Liste. Nicht weil es etwas repariert, sondern weil es zeigt, dass das Wohnzimmer, in dem Sie sich mit einer Decke am Sofa zusammenrollen, in Wahrheit 23 Grad hat.

Wenn Sie an einem lauen Septemberabend eine halbe Stunde für die Heizung opfern, haben Sie im Jänner den ruhigeren Kopf. Und den kalten Sonntagmorgen, an dem alles läuft, bekommt man nirgends geschenkt.

Schlagwörter: , , ,

Das könnte Sie auch interessieren