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Sparen im Haushalt

Es zieht: Die günstigsten Tricks gegen kalte Füße in der Altbauwohnung

30. Oktober 2025

Altbau ist eine Liebesgeschichte mit Nebenwirkungen. Die Fischgrätparkette, die Flügeltür, die drei Meter Raumhöhe, in der das Licht so schön hängt. Und dann steht man Ende Oktober barfuß in der Küche und spürt, wie es unter der Balkontür durchzieht wie in einem schlecht gedichteten Zelt.

Das Problem ist selten, dass zu wenig geheizt wird. Das Problem ist, dass die Wärme keine Chance hat zu bleiben.

Zuerst: herausfinden, wo es überhaupt zieht

Nehmen Sie eine Kerze oder ein Räucherstäbchen, machen Sie alle Fenster zu und gehen Sie langsam an den Rahmen entlang. Wo die Flamme flackert oder der Rauch abknickt, ist eine Undichtheit. Das dauert zwanzig Minuten und ist überraschend erhellend.

Die üblichen Verdächtigen: der untere Rand der Wohnungseingangstür, die Fensterflügel bei Kastenfenstern, die Rollladenkästen (die sind oft die schlimmsten), Steckdosen an Außenwänden und der Spalt, wo das Heizungsrohr durch die Mauer kommt.

Was für wenig Geld richtig viel bringt

  • Selbstklebendes Dichtungsband aus EPDM-Gummi. Nicht das billige Schaumstoffzeug, das nach einem Winter bröselt. Die Rolle kostet um die zehn Euro und reicht für zwei bis drei Fenster.
  • Eine Zugluftstopper-Rolle vor der Wohnungstür. Sieht altmodisch aus. Wirkt trotzdem.
  • Dichtungsschaum in den Rollladenkasten, falls Sie hinkommen. Hier steckt oft die größte einzelne Verlustquelle der ganzen Wohnung.
  • Vorhänge. Ein schwerer Vorhang vor einem alten Fenster ist keine Deko, sondern eine Dämmschicht.

Der Vorhang muss über dem Heizkörper enden

Das ist der Fehler, den ich in jeder zweiten Altbauwohnung sehe: Der bodenlange Vorhang hängt vor dem Heizkörper und lenkt die gesamte Wärme direkt am kalten Fensterglas nach oben. Man heizt dann sehr effizient die Scheibe.

Entweder der Vorhang endet auf der Fensterbank, oberhalb des Radiators, oder man klemmt ihn hinter den Heizkörper. Beides funktioniert. Das eine sieht besser aus, das andere ist ehrlicher.

Kastenfenster: der unterschätzte Luxus

Wienerinnen und Wiener mit originalen Kastenfenstern sitzen auf etwas, das viele für einen Nachteil halten. In Wahrheit ist die Luftschicht zwischen innerem und äußerem Flügel eine ziemlich brauchbare Dämmung, sofern beide Flügel dicht schließen.

Der Trick: Nur den äußeren Flügel abdichten, den inneren beweglich lassen. Wenn beide luftdicht sind, bildet sich zwischen ihnen Kondenswasser, und dann haben Sie im Februar Schimmel im Zwischenraum. Genau da kippt die Sache.

Was Sie sich sparen können

Heizlüfter. Ein Zweitausend-Watt-Gerät, das drei Stunden am Abend läuft, macht sechs Kilowattstunden. Bei rund 25 Cent sind das eineinhalb Euro pro Abend, also gut 45 Euro im Monat für ein einziges Zimmer, das trotzdem nicht richtig warm wird. Als Notlösung für zwanzig Minuten im Bad: in Ordnung. Als Heizkonzept: eine schlechte Idee.

Auch die Sache mit den Teelichtern unter Blumentöpfen, die alle paar Winter wieder durch die sozialen Medien geistert, ist Unsinn und obendrein brandgefährlich.

Lüften, aber richtig

Das gekippte Fenster ist der teuerste Dauerzustand einer Altbauwohnung. Es kühlt die Laibung aus, tauscht kaum Luft und lässt die Heizung durchgehend gegen die Außentemperatur arbeiten.

Stattdessen: zwei- bis dreimal täglich fünf Minuten Fenster ganz auf, Durchzug wenn möglich, Thermostat währenddessen zudrehen. Die Möbel und Wände bleiben warm, nur die feuchte Luft geht hinaus. Danach ist die Wohnung in zehn Minuten wieder auf Temperatur.

Und ein Wort zu den Grad

Wohnzimmer 20 bis 21 Grad, Schlafzimmer 17 bis 18, Bad 22 während man drin ist. Das sind Richtwerte, keine Vorschriften, und jeder Körper ist anders.

Aber unter 16 Grad sollten Sie in keinem Raum dauerhaft bleiben, auch nicht im ungenutzten Kabinett. Sonst wandert die Feuchtigkeit dorthin, wo es am kältesten ist, und schlägt sich in der Zimmerecke nieder. Schimmel ist teurer als Heizen.

Der Teppich, über den niemand redet

Kalte Füße sind zu neunzig Prozent ein Bodenproblem, nicht ein Lufttemperaturproblem. Ein Altbauboden über einem ungeheizten Keller oder einem Geschäftslokal ist im Winter schlicht kalt, egal wie warm die Luft ist.

Ein dicker Teppich, notfalls ein günstiger mit einer Filzunterlage darunter, verändert das Wohngefühl mehr als zwei Grad mehr Raumtemperatur. Und kostet einmalig, nicht monatlich.

Und die Nachbarwohnung?

Ein Punkt, den man in Altbauhäusern selten bedenkt: Wenn die Wohnung neben Ihnen leer steht oder von jemandem bewohnt wird, der aus Sparsamkeit gar nicht heizt, verlieren Sie über die gemeinsame Wand real Wärme. Das ist keine Einbildung, das ist Bauphysik, und es kann in einem Wiener Zinshaus mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen.

Dagegen tun kann man wenig. Aber es erklärt, warum dieselbe Wohnung in manchen Jahren teurer ist als in anderen, ohne dass sich am eigenen Verhalten etwas geändert hätte.

Am Ende ist es eine Ansammlung von Kleinigkeiten, keine große Sanierung. Zwei Nachmittage, vielleicht sechzig Euro Material. Und dann steht man im Jänner in derselben Küche, barfuß, und es zieht einfach nicht mehr.

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