Es ist der zweite heiße Tag in Folge, und irgendwann in der Nacht wacht man auf, weil in der Küche etwas brummt. Der Kühlschrank. Der läuft jetzt nämlich fast durchgehend, und im Februar hat man ihn kaum gehört.
Das ist keine Einbildung. Ein Kühlschrank arbeitet im Sommer real deutlich mehr, und zwar aus einem Grund, der so simpel ist, dass man ihn übersieht.
Der Kühlschrank kühlt nicht, er transportiert Wärme
Er zieht die Wärme aus dem Innenraum und gibt sie hinten über das Gitter an die Küche ab. Wie viel Arbeit das ist, hängt nicht von der Innentemperatur ab, sondern vom Unterschied zwischen innen und außen.
Im Winter sind das vielleicht 20 Grad Küche gegen 5 Grad innen, also eine Differenz von 15. Im Juli sind es 28 gegen 5, also 23. Das ist deutlich mehr Arbeit, und der Verbrauch steigt entsprechend, gern um dreißig bis fünfzig Prozent.
Über einen heißen Sommer sind das schnell 50 bis 80 zusätzliche Kilowattstunden. Nicht dramatisch, aber es erklärt die Julirechnung.
Der Standort ist die halbe Miete
Ein Kühlschrank neben dem Backrohr ist eine schlechte Idee. Ein Kühlschrank in der Sonne am Fenster ist eine schlechtere. Und ein Kühlschrank, dessen Rückwandgitter fünf Zentimeter von der Wand entfernt steht, ist ein Fall für einen Nachmittag mit dem Staubsauger.
Denn das Gitter hinten muss Wärme loswerden. Wenn dort eine Staubschicht liegt (und dort liegt immer eine Staubschicht, seit dem Einzug), isoliert die. Einmal absaugen, einmal die Luft zirkulieren lassen, und der Kompressor läuft messbar kürzer.
In einer Einbauküche geht das nicht so einfach. Dort ist stattdessen der Lüftungsschlitz im Sockel entscheidend, und der ist bei erstaunlich vielen Küchen mit einer Zierleiste zugebaut worden.
Sieben Grad sind genug
Die meisten Menschen stellen ihren Kühlschrank zu kalt ein. Empfohlen sind etwa 5 bis 7 Grad im mittleren Fach, beim Gefrierteil minus 18.
Jedes Grad kälter kostet ungefähr fünf bis sechs Prozent mehr Strom. Wenn Ihr Gerät auf 3 Grad läuft, weil irgendwann jemand den Regler ganz nach rechts gedreht hat, zahlen Sie ohne Gegenwert.
Kontrollieren geht mit einem Glas Wasser und einem Thermometer: über Nacht ins mittlere Fach stellen, in der Früh ablesen. Die Anzeige am Gerät ist oft ungenauer, als man glauben würde.
Sommergewohnheiten, die es schlimmer machen
- Die Türe steht offen, während man überlegt. Im Sommer besonders teuer, weil die einströmende Luft warm und feucht ist.
- Warme Reste kommen direkt hinein. Lassen Sie sie zwanzig Minuten stehen, das reicht.
- Getränke werden in großer Menge auf einmal kaltgestellt, vor der Grillerei. Zwei Kisten Mineral auf einmal sind für den Kompressor ein Kraftakt.
- Und die Eiswürfelschale, die alle zwei Stunden neu befüllt wird.
Der Gefrierteil und die Eisschicht
Wenn im Gefrierfach eine Eisschicht liegt, isoliert die genauso wie der Staub hinten. Zwei Zentimeter Eis können den Verbrauch um zwanzig Prozent hochtreiben.
Abtauen ist unangenehm, dauert einen halben Tag und macht Wasser am Boden. Trotzdem: einmal im Jahr, am besten an einem Tag, an dem Sie die Kühlware in einer Kühltasche in den Keller stellen können. Geräte mit No-Frost machen das selbst, verbrauchen dafür grundsätzlich etwas mehr.
Wann ein Neugerät sich rechnet
Ein Kühl-Gefrier-Kombi aus dem Jahr 2005 zieht typischerweise 300 bis 400 Kilowattstunden im Jahr. Ein aktuelles Gerät derselben Größe kommt mit 150 bis 200 aus.
Das sind bei 25 Cent etwa 40 Euro Ersparnis pro Jahr. Bei einem Neupreis von 700 Euro ist das keine Investition, die sich schnell rechnet, wenn das alte Gerät noch läuft.
Bei einer Truhe von 1998 im Keller sieht die Rechnung völlig anders aus. Da sind es oft 90 Euro Ersparnis im Jahr, und dann geht es plötzlich schnell.
Die Sache mit dem zweiten Kühlschrank
Im Sommer kommt in vielen Haushalten der Zweitkühlschrank in der Garage oder auf der Terrasse zum Einsatz. Für Getränke, für die Gäste, für das Grillfleisch.
Zwei Dinge dazu: Erstens laufen viele Geräte in einer heißen Garage weit außerhalb ihrer zulässigen Umgebungstemperatur und verbrauchen dort absurd viel. Zweitens bleibt so ein Gerät gern bis Oktober eingeschaltet, obwohl im August das letzte Mal jemand hineingeschaut hat.
Stellen Sie sich einen Termin. Ende August, Kühlschrank leeren, abstecken, Tür einen Spalt offen lassen. Das sind vierzig Euro, die Sie sich mit einer Kalendererinnerung sparen.
Und dann brummt es in der Nacht wieder etwas leiser. Was für sich genommen schon angenehm ist.



