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Sparen im Haushalt

Was die Weihnachtsbeleuchtung wirklich kostet – und wo Sie besser sparen

19. Dezember 2025 ·

Irgendwann zwischen dem dritten Adventsonntag und dem Heiligen Abend sagt in fast jedem Haushalt jemand diesen Satz: „Das kostet doch ein Vermögen an Strom.“ Meistens ist es der Mensch, der auch sonst gern das Licht im Vorzimmer ausschaltet, während man noch drinnen steht.

Also rechnen wir es einmal aus. Nicht überschlagen, sondern konkret.

Die Zahlen, die niemand nachschaut

Eine typische LED-Lichterkette mit 200 Lämpchen für den Christbaum zieht ungefähr 5 bis 8 Watt. Nehmen wir 7 Watt und sechs Stunden Leuchtdauer am Tag, über vier Wochen. Das ergibt rund 1,2 Kilowattstunden.

Bei einem Strompreis von etwa 25 Cent inklusive aller Abgaben sind das 30 Cent. Für die gesamte Weihnachtszeit. Nicht pro Tag, sondern insgesamt.

Sie können also die Kette anlassen und sich stattdessen Gedanken über die Sache mit dem Backrohr machen. Denn das ist der eigentliche Stromfresser im Dezember.

Wo es dann doch weh tut

Es gibt Ausnahmen, und die sind erheblich.

  • Alte Glühlampenketten. Eine Kette mit 100 Miniglühbirnen zieht gern 200 Watt und mehr, also das Dreißigfache. Acht Stunden am Tag über vier Wochen: rund 45 Kilowattstunden, etwa elf Euro. Für eine einzige Kette.
  • Die beleuchteten Rentiere im Vorgarten, wenn es mehrere sind und sie die ganze Nacht durchleuchten.
  • Aufblasbare Figuren. Das Gebläse läuft durchgehend, und das ist der Verbrauch, nicht das Licht.
  • Und dann gibt es noch den Nachbarn mit der Fassade. Über den reden wir nicht.

Die Zeitschaltuhr ist die beste Anschaffung

Eine mechanische Zeitschaltuhr kostet etwa fünf Euro und halbiert die Betriebszeit fast von selbst, weil sie um Mitternacht ausschaltet, wenn ohnehin niemand mehr hinschaut.

Der zweite Effekt ist wichtiger als der finanzielle: Man vergisst nicht mehr, sie über Nacht auszuschalten. Und das ist bei Beleuchtung, die stundenlang unbeaufsichtigt in einem trockenen Nadelbaum steckt, kein reines Sparthema.

Sicherheit, kurz und ernst

Kaufen Sie Ketten mit CE-Kennzeichnung und einem Prüfzeichen, und für draußen nur solche mit ausgewiesenem Schutzgrad, üblicherweise mindestens IP44. Der Zwanzig-Euro-Fund vom Onlinemarktplatz ohne Herstellerangabe ist genau das nicht.

Echte Kerzen am Baum sind wunderschön. Wenn Sie sie verwenden, dann bitte mit einem Kübel Wasser in Griffweite und nie unbeaufsichtigt. Die Feuerwehren in Österreich rücken jedes Jahr zu Wohnungsbränden aus, die genau so begonnen haben.

Der eigentliche Dezember-Verbrauch

Wenn Sie im Jänner die Abrechnung sehen und sich wundern, liegt es fast nie an der Beleuchtung. Es liegt an einer Kombination, die im Dezember zusammenkommt.

Das Backrohr, das an zwei Wochenenden je vier Stunden läuft. Der Geschirrspüler, der zweimal täglich statt jeden zweiten Tag geht. Die Wäsche, die wegen der Feiertagsgäste in Serie läuft. Der Wäschetrockner, weil draußen nichts trocknet. Und die Tatsache, dass ab 16 Uhr in jedem Zimmer Licht brennt, weil es finster ist.

Das ist keine Verschwendung, das ist Weihnachten. Aber es erklärt die Rechnung.

Zwei Dinge, die sich wirklich lohnen

Erstens: der Backrohr-Trick. Wenn Sie Kekse backen, backen Sie in Serie, ohne das Rohr zwischendurch auskühlen zu lassen. Und die letzten zehn Minuten mit ausgeschalteter Hitze, die Restwärme reicht. Das spart über einen Backtag mehr als alle Lichterketten des Hauses zusammen.

Zweitens: Deckel auf den Topf. Beim Kochen für zehn Leute macht das einen echten Unterschied, weil ein offener Topf ungefähr das Dreifache an Energie braucht, um dieselbe Temperatur zu halten.

Der Christbaum und die Frage, die immer kommt

Rund um die Feiertage taucht regelmäßig die Debatte auf, ob ein echter Baum oder ein künstlicher die bessere Wahl sei. Die Antwort ist unbequem für die Kunststofffraktion: Ein Plastikbaum muss ungefähr zehn bis zwanzig Jahre lang verwendet werden, bevor er ökologisch besser dasteht als ein echter aus einer heimischen Kultur.

Und ein Baum aus Niederösterreich oder der Steiermark hat einen Transportweg von wenigen Dutzend Kilometern, während der künstliche meistens aus Fernost kommt. Wer den echten danach zur Sammelstelle bringt, hat eigentlich alles richtig gemacht.

Das Warmwasser über die Feiertage

Ein Punkt, der im Dezember unterschätzt wird: Wenn Gäste da sind, steigt der Warmwasserverbrauch drastisch. Vier Personen duschen täglich statt zwei, und Warmwasser ist in vielen Haushalten der zweitgrößte Energieposten nach dem Heizen.

Wer über die Feiertage volles Haus hat, sollte nicht am Licht sparen, sondern beim Duschen die Zeit im Blick behalten. Fünf Minuten statt zwölf machen über eine Woche mit sechs Leuten mehr aus als alle Lichterketten Österreichs.

Und dann darf man auch aufhören zu rechnen

Es gibt eine Grenze, ab der das Sparen mehr Lebensqualität kostet, als es Geld bringt. Dreißig Cent für vier Wochen Licht am Christbaum liegen weit jenseits dieser Grenze.

Wer wirklich Energie sparen will, dreht an der Heizung, dämmt die oberste Geschoßdecke oder wechselt den Tarif. Nicht an der Kette, die das Wohnzimmer im Dezember so aussehen lässt, als wäre alles in Ordnung.

Und wenn der Mensch mit der Vorzimmerlicht-Theorie am 24. wieder anfängt: Sie haben jetzt die Zahl.

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