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Photovoltaik

Photovoltaik planen: Die Fragen, die Ihnen kein Verkäufer stellt

28. Februar 2026

Ende Februar riecht es an manchen Tagen schon nach Frühling, und dann liegt plötzlich wieder Schnee auf dem Auto. Genau in dieser Übergangszeit füllen sich die Terminkalender der PV-Installateure für den Sommer.

Wer jetzt anfängt, ist im Juni fertig. Wer im Juni anfängt, ist im nächsten Frühjahr fertig. So einfach ist die Rechnung.

Die erste Frage: Wie viel Strom brauchen Sie überhaupt tagsüber?

Das ist die Frage, die Verkäufer selten stellen, weil die Antwort oft unbequem ist. Eine PV-Anlage rechnet sich über den Eigenverbrauch, nicht über die Einspeisung.

Wenn beide Erwachsenen von sieben bis achtzehn Uhr außer Haus sind, keine Wärmepumpe läuft und kein E-Auto in der Garage steht, dann verbrauchen Sie zur besten Sonnenzeit vielleicht 200 Watt Grundlast. Der Rest geht ins Netz, und die Einspeisevergütung ist längst nicht mehr das, was sie 2022 einmal war.

Das heißt nicht, dass sich die Anlage nicht lohnt. Es heißt, dass sie sich anders lohnt, als in der Prospektrechnung steht.

Die zweite Frage: Wie alt ist Ihr Dach?

Eine PV-Anlage bleibt 25 bis 30 Jahre oben. Wenn die Ziegel in acht Jahren getauscht werden müssen, zahlen Sie die Demontage und die Neumontage der Module noch einmal, und das sind schnell mehrere tausend Euro.

Gehen Sie vor der Planung mit dem Spengler oder Dachdecker aufs Dach. Eine ehrliche Einschätzung dort kostet ein paar hundert Euro und kann die ganze Investitionsentscheidung drehen.

Die dritte Frage: Ost-West oder Süd?

Die klassische Antwort lautet Süd, weil dort der Gesamtertrag am höchsten ist. Die praktische Antwort ist oft Ost-West.

Eine Süd-Anlage liefert eine steile Mittagsspitze, die Sie ohne Speicher gar nicht verbrauchen können. Eine Ost-West-Anlage liefert am Morgen und am späten Nachmittag, also genau dann, wenn im Haushalt jemand da ist und Strom braucht. Der Jahresertrag liegt zwar etwa zehn bis fünfzehn Prozent niedriger, der Eigenverbrauchsanteil dafür deutlich höher.

Das ist kein Detail, sondern der Kern der Wirtschaftlichkeit.

Der Speicher: die teuerste Bequemlichkeit

Ich sage es offen: Ein Batteriespeicher rechnet sich in vielen österreichischen Haushalten immer noch nicht wirklich. Er kostet je nach Größe 6.000 bis 12.000 Euro, hält etwa zehn bis fünfzehn Jahre und spart pro Jahr vielleicht 300 bis 500 Euro.

Was er dafür bringt: Unabhängigkeit, ein gutes Gefühl und, mit der passenden Notstromfunktion, Licht bei einem Blackout. Das kann einem etwas wert sein. Man sollte es nur nicht als Renditeprojekt verkaufen.

Wer ohnehin ein E-Auto plant, sollte zuerst über bidirektionales Laden nachdenken, bevor er einen zweiten Akku ins Haus stellt.

Worauf Sie im Angebot achten sollten

  • Ist der Netzzugangsvertrag mit dem Netzbetreiber im Leistungsumfang enthalten, oder machen Sie das selbst?
  • Wie hoch ist die Garantie auf den Wechselrichter? Das ist das Bauteil, das am ehesten ausfällt, meistens nach zehn bis fünfzehn Jahren.
  • Gibt es Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter, wenn das Dach teilverschattet ist?
  • Ist ein Blitz- und Überspannungsschutz eingerechnet? Das wird gern vergessen.
  • Und ganz banal: Wer räumt das Gerüst weg, und ist es im Preis?

Die Anmeldung beim Netzbetreiber

Ohne Zählpunktfreigabe geht nichts ans Netz. Der Antrag läuft über den örtlichen Netzbetreiber, dauert je nach Region ein paar Wochen bis mehrere Monate und kann bei schwachen Netzabschnitten auch eine Einschränkung der Einspeiseleistung bringen.

Das ist der Punkt, an dem Zeitpläne kippen. Fragen Sie den Installateur konkret, wie lange die Freigabe in Ihrer Gegend zuletzt gedauert hat. Wenn er das nicht weiß, wissen Sie schon etwas über ihn.

Versicherung und Wartung: die vergessenen Posten

Eine PV-Anlage ist in der Eigenheimversicherung nicht automatisch mitversichert. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung nach, was eine Erweiterung kostet, und rechnen Sie das in die laufenden Kosten ein. Meistens sind es wenige Dutzend Euro im Jahr, aber Hagel ist in Österreich ein reales Thema.

Dazu kommt: Eine Anlage braucht wenig Wartung, aber nicht gar keine. Die elektrische Überprüfung alle paar Jahre, das Nachziehen der Modulklemmen, ein Blick auf die Kabelführung, weil Marder erstaunlich kreativ sind. Rechnen Sie mit ein paar hundert Euro alle fünf Jahre, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Und dann der Papierkram danach

Es gibt in Österreich für kleine private Anlagen bis zu einer bestimmten Größe eine Umsatzsteuerbefreiung auf die Lieferung, was den Bruttopreis spürbar drückt. Ob und in welcher Form das für Ihre geplante Anlage gilt, klären Sie am besten vorher mit dem Anbieter und, wenn Sie ohnehin einen haben, kurz mit dem Steuerberater.

Vergleichen Sie deshalb immer Bruttopreise, nicht Nettopreise. Sonst vergleichen Sie Äpfel mit Erdäpfeln.

Drei Angebote, ein Blick aufs Dach, eine ehrliche Antwort auf die Frage, wer tagsüber daheim ist. Mehr braucht es für den Anfang nicht. Und dann liegt im Juni auf einem Dach in Niederösterreich etwas, das dreißig Jahre lang leise seine Arbeit macht.

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