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Förderungen

Heizungstausch mit Förderung: Was Fachleute raten, bevor Sie den Antrag stellen

15. November 2025

Die Therme im Vorzimmerkastl ist 22 Jahre alt. Sie läuft. Sie macht ein Geräusch, das man mittlerweile kennt und das der Installateur beim letzten Service mit einem Achselzucken kommentiert hat. Und irgendwo im Hinterkopf sitzt der Gedanke: Wenn die einmal steht, dann steht sie im Jänner, an einem Freitagabend.

Genau in dieser Stimmung beginnen die meisten Menschen, sich mit Förderungen zu beschäftigen. Und machen dabei fast immer denselben Fehler.

Der Fehler: zuerst kaufen, dann fragen

Bei praktisch allen österreichischen Förderungen für den Heizungstausch gilt: Der Antrag oder zumindest die Registrierung muss vor der verbindlichen Beauftragung passieren. Wer den Auftrag unterschreibt und danach den Antrag stellt, bekommt in vielen Fällen gar nichts.

Das ist bitter, weil es rein formal ist. Die Anlage ist dieselbe, der Klimaeffekt ist derselbe, nur das Datum stimmt nicht. Also: Erst registrieren, dann beauftragen. Immer.

Wie das System in Österreich aufgebaut ist

Es gibt im Wesentlichen zwei Ebenen, und sie sind kombinierbar. Das übersehen viele.

Auf Bundesebene läuft die Förderaktion für den Tausch fossiler Heizungen, abgewickelt über die Kommunalkredit Public Consulting. Dazu kommen die Landesförderungen, und die unterscheiden sich zwischen Vorarlberg, der Steiermark und dem Burgenland teils deutlich. Manche Gemeinden legen noch etwas drauf.

In Summe kann bei einkommensschwächeren Haushalten ein sehr großer Teil der Kosten abgedeckt sein. Es gab und gibt Konstellationen, in denen die Sanierung praktisch zur Gänze finanziert wird. Verlassen Sie sich aber nie auf eine Zahl, die Sie irgendwo gelesen haben, sondern schauen Sie in die aktuelle Richtlinie. Die Töpfe und Prozentsätze werden regelmäßig angepasst.

Was gefördert wird und was nicht

  • Der Umstieg von Öl, Gas, Kohle oder einer Nachtspeicherheizung auf Wärmepumpe, Pellets, Hackgut oder Fernwärme: das ist der Kernfall.
  • Der Tausch einer alten Gastherme gegen eine neue Gastherme: nein. Da gibt es nichts, und das ist politisch gewollt.
  • Die Dämmung der Fassade oder der obersten Geschoßdecke: läuft über eine eigene Schiene, den Sanierungsbonus.
  • Auch Nebenkosten wie das Entsorgen des Öltanks oder neue Heizkörper sind in vielen Programmen mit dabei. Fragen Sie ausdrücklich nach.

Der Rat, den man ungern hört

Bevor Sie über die Wärmepumpe nachdenken, denken Sie über die Hülle nach. Eine Wärmepumpe in einem ungedämmten Haus mit Heizkörpern, die 65 Grad Vorlauf brauchen, arbeitet schlecht und wird teuer im Betrieb.

Die günstigste einzelne Maßnahme in Österreich ist fast immer die Dämmung der obersten Geschoßdecke. Ein unbeheizter Dachboden, ein paar Zentimeter Dämmmaterial, ein Wochenende Arbeit oder ein kurzer Handwerkereinsatz. Das rechnet sich oft in unter zehn Jahren und ist bei Weitem nicht so spektakulär wie eine neue Heizung, weshalb es kaum jemand macht.

Holen Sie sich eine unabhängige Beratung

Jedes Bundesland hat eine geförderte Energieberatung, die meist wenig oder gar nichts kostet. Diese Leute verkaufen Ihnen nichts. Sie schauen sich das Haus an, rechnen den Bedarf und sagen Ihnen ehrlich, ob die Wärmepumpe in Ihrem Fall Sinn ergibt oder ob Pellets die vernünftigere Wahl wären.

Ein Installateur ist ein Fachmann, aber er hat naturgemäß eine Marke im Portfolio, die er gut kennt und gern einbaut. Das ist legitim. Es ersetzt nur keine neutrale Bedarfsrechnung.

Drei Angebote, und zwar vergleichbare

Holen Sie mindestens drei Angebote ein, und achten Sie darauf, dass alle dasselbe enthalten. Das klingt banal, ist aber die Stelle, an der die meisten Vergleiche scheitern.

Ist der hydraulische Abgleich dabei? Der Pufferspeicher? Die Elektroarbeiten? Die Entsorgung? Die Inbetriebnahme und Einregelung? Ein Angebot, das um 4.000 Euro günstiger ist, hat oft einfach drei Positionen weniger.

Die Wartezeit ist real

Und wenn Sie zur Miete wohnen?

Dann ist die Sache leider deutlich enger. Der Heizungstausch in einem Mietobjekt ist Sache der Eigentümerin, und die Förderungen sind entsprechend auf sie zugeschnitten. Was Sie tun können, ist ein sachliches Schreiben an die Hausverwaltung, in dem Sie auf die aktuellen Förderhöhen hinweisen.

Das klingt aussichtslos, ist es aber nicht immer. Viele private Vermieterinnen wissen schlicht nicht, wie hoch die Zuschüsse mittlerweile sind, und rechnen noch mit den Zahlen von vor zehn Jahren.

Rechnen Sie mit Zeit. Antrag, Bewilligung, Handwerkertermin, Lieferzeit für das Gerät, Endabrechnung, Auszahlung. Von der ersten Idee bis zum Geld auf dem Konto vergeht selten weniger als ein halbes Jahr, oft mehr.

Deshalb ist der November eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Anfangen. Nicht weil man im Winter tauschen sollte, sondern weil die Anlage dann im Frühjahr eingebaut wird, wenn niemand friert, falls etwas schiefgeht.

Und heben Sie alles auf. Jede Rechnung, jedes Datenblatt, jedes Foto vom alten Kessel. Die Abrechnungsstelle fragt später Dinge, an die im November noch niemand denkt.

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